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Barlohn Statt Sachlohn
 
 

Abgabenfreier Sachlohn statt Barlohn

Ende letzten Jahres hat sich das oberste deutsche Steuergericht mit der Unterscheidung von Barlohn und Sachlohn befasst und sowohl seine Rechtsprechung geändert wie auch Regelungen festgelegt, wann ein Sachbezug vorliegt.

Zukünftig liegt ein Sachbezug vor, wenn der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter genehmigt in einem bestimmten Geschäft oder einer bestimmten Tankstelle auf seine Kosten etwas aus dem Sortiment auszusuchen oder zu tanken.

Weiterhin muss grundsätzlich die Möglichkeit ausgeschlossen sein, diesen Gutschein in Form von Bargeld einzulösen oder Bargeld zu fordern.

Wenn diese Gutscheine auf einen Betrag von 44 € begrenzt sind, fallen hierauf werden Lohnsteuer noch Sozialabgaben an. So lässt sich die Abgabenlast für das Unternehmen reduzieren und auch der Arbeitnehmer bekommt den Wert ohne Abzüge ausbezahlt.

Neu ist, dass nicht mehr die zu erwerbenden Waren bezeichnet werden müssen, sondern es ausreicht, wenn der Gutschein einen Höchstbetrag aufweist.

Zu beachten ist, dass alle Sachbezüge, die der Arbeitnehmer erhält, zusammen gerechnet werden und insgesamt pro Mitarbeiter und Monat die Grenze nicht überschreiten dürfen. Der Sachbezug in Höhe von 44 € kann aber jeden Monat genutzt werden.

Vom Arbeitgeber kann diese Möglichkeit rechtssicher genutzt werden, monatlich Sonderleistungen von Mitarbeitern oder Überstunden zu vergüten, soweit noch kein Anspruch auf Barlohn entstanden ist. Durch die Möglichkeit des Gutscheines, die der Mitarbeiter selbst einlöst, muss der Arbeitgeber  die Waren nicht selbst besorgen, sondern übernimmt nur die Kosten hierfür.

Übliche und verbreitete Einsatzmöglichkeiten sind der Tankgutschein, der Buchgutschein, der Kinogutschein oder der Warengutschein.

Nicht möglich ist es den Freibetrag auf das Jobticket anzuwenden, da meist eine Abnahmepflicht für das ganze Jahr besteht und somit im Monat der Zahlung der Freibetrag überschritten wird. Auch kann die Abgabenfreiheit nicht für eine Gehaltsumwandlung genutzt werden, da die Entscheidung immer in der Hand des Arbeitgebers liegen muss und nicht auf bereits vorhandene Ansprüche angewendet werden darf.

Da die Risiken wie so oft im Detail liegen, sollte eine Beratung statt finden, bevor die Möglichkeit der Zuwendung von Sachlohn genutzt wird, um die Abgabenlast legal zu senken.



18.07.2011
 
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